Liebe Besucherinnen und Besucher der IfaK-Website,

leider hat sich trotz intensiver Bemühungen um Förderung die finanzielle Situation unseres Instituts in den letzten Jahren so dramatisch verschlechtert, dass wir in den letzten Monaten das Institut nur noch ehrenamtlich betreiben konnten. Wir werden dies, bezogen auf die inhaltliche Arbeit, auch weiterhin tun. Doch leider können wir die Aktualität unserer Website nicht mehr garantieren, wie Sie sicher schon bemerkt haben.
Wir werden die Website (Stand: Mai 2015) trotzdem weiter Online lassen, damit Sie auf die alten Informationen zugreifen können. Mails an das IfaK (ifak@hdm-stuttgart.de) werden wir versuchen weiterhin zu beantworten. Informationen zur "CD des Monats" finden Sie bei unserem Kooperationspartner Stiftung Zuhören (http://www.zuhoeren.de/home/hoer-und-leseempfehlungen/cd-des-monats.html).
Bei Fragen zur Leseförderung und Giraffe Online können Sie sich an Prof. Susanne Krüger (kruegers@hdm-stuttgart.de) wenden.
Prof. Dr. Richard Stang betreut weiter die Sammlung "KinderMedienWelten" und andere medienpädagogische Fragestellungen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen bald wieder den gewohnten Service im Netz zur Verfügung stellen können.

Ihr IfaK-Team

Hochschule der Medien (HdM)

Veranstaltungen 2010

Ganz Ohr! Hörmedien für Kinder

Hörmedien mit Qualität: „Ganz Ohr!“-Tagung in der Hochschule der Medien

Unter dem Motto „Hörmedien für Kinder“ fand am 23. Februar 2010 in der Hochschule der Medien in Stuttgart die Fachtagung „Ganz Ohr!“ statt. Ziel der Veranstaltung war es, den mehr als 60 Teilnehmern einen Überblick über den immer unübersichtlicheren Kinderhörmedienmarkt zu geben und ihnen wichtige Anhaltspunkte und Informationen zur Qualitätsbewertung von Hörmedien zu vermitteln. Das Angebot der Fachtagung bestand aus Fachvorträgen und Diskussionsrunden und wurde von fünf Workshops abgerundet, in denen die Teilnehmer sich intensiver mit der Materie auseinandersetzen konnten. Zudem hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Hörmedienexponate der Sammlung Kindermedienwelten des Instituts für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) der HdM zu betrachten.

Nach der Begrüßung und Einführung in die Fachtagung, bot Prof. Dr. Richard Stang, Leiter des Instituts, einen Überblick über den Hörmedienmarkt für Kinder. Er zeigte dabei auf, dass der Markt in Deutschland bislang kaum wissenschaftlich durchdrungen ist. Trotzdem lässt sich feststellen, dass er einen wachsenden Bereich darstellt.

Im Anschluss an den Vortrag fanden zwei Diskussionsrunden statt. In der ersten Runde mit dem Thema „Qualitätsaspekte der Hörmedien“ stellten drei Verlage ihre Hörproduktionen vor und boten mit kurzen Hörbeispielen einen ersten Einblick in die unterschiedlichen Produktionsarten. Ute Kleeberg von der Iznanger Edition SEE-IGEL, Franziska Paesch von der JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH aus Hamburg sowie Theresia Singer vom Kölner Headroom-Verlag machten deutlich, unter welchen Rahmenbedingungen heutzutage Hörproduktionen für Kinder entstehen und wie die einzelnen Verlage versuchen, ihr Profil weiterzuentwickeln.

Bei der zweiten Diskussion mit dem Thema „Qualitätskriterien für Hörmedien“ kamen Volker Bernius von der Stiftung Zuhören und Dr. Wolfgang Schill, Juryvorsitzender des Auditorix Qualitätssiegels, zu Wort. Dr. Schill erzählte anschaulich aus der Zeit, in der er als Kind selbst Hörspiele gesprochen hat, und er erläuterte aus erster Hand, welchen Wandel die Hörmedien und das Hören im Laufe der Zeit erfuhren. Er zeigte auch die zentralen Aspekte der Arbeit einer Hörmedienjury am Beispiel Auditorix auf. Volker Bernius wies anhand der Arbeit der Stiftung Zuhören auf die wichtigsten Qualitätsaspekte von Hörmedien hin.

Nach der Mittagspause waren die Teilnehmenden gefordert: In fünf Workshops konnten sie aktiv werden und die Qualität von Hörmedien selbst ermitteln.
Der erste Workshop mit dem Titel „Ohrenspitzer: Methodenkoffer – mit Hörspielen arbeiten“ wurde von Alexandra Flaig und Thomas Herbst vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg gestaltet. Die Teilnehmer lernten hier ein methodisches Repertoire kennen, das sich von kreativen-gestalterischen bis zu aktiv-erlebnisorientieren Ansätzen in der Arbeit mit Hörmedien erstreckt.

Workshop 2 beschäftigte sich mit der Frage, wie Hörmedien bei der interkulturellen Bildung eingesetzt werden können. Dieser Workshop wurde von Volker Bernius von der Stiftung Zuhören geleitet, welcher den Teilnehmern ein neues Materialpaket vorstellte, das sich vor allem an Kinder mit Deutsch als Zweitsprache richtet. Die Teilnehmer/innen erfuhren, wie sie mit Geräuscherätsel, Wortspielen und Übungen rund ums Hören, das phonologische Bewusstsein, den Sprachschatz oder auch das bewusste Hören der Kinder fördern können.

Der Titel des dritten Workshops lautete „Auditorix – Hören lernen mit Spaß und Qualität“. Durch den Workshop führten Melanie Engel und Katharina Gödde von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen . In diesem interaktiven Workshop wurde die Auditorix-Lernsoftware vorgestellt und man erhielt durch praktische Übungen die Grundlagen für die Realisierung eines eigenes Hörspiel.
„Sprachspielereien (mit Bilderbüchern)“ lautete das Thema bei der vierten Arbeitsgruppe. Dort lehrte Hans-Jürgen Hinnecke aus Stuttgart den spielerischen Umgang mit Worten und Sätzen und gab Anregungen, eigene Geschichten entstehen zu lassen.

Im fünften Kurs drehte sich alles um „Hörwelten für Kinder im Internet“. Die IfaK-Referenten Christina Reul und Prof. Dr. Richard Stang boten erste Einblicke in die untertschiedlichen Webangebote: Kinderradios, Verlagsprogramme, Hörprojekte etc. Die Teilnehmenden konnten anschließend im Netz ihre Hörgewohnheiten mit diversen Werkzeugen überprüfen. Dabei wurde auch gemeinsam über potenzielle Konzepte diskutiert, die Angebote im Internet sinnvoll einzusetzen.

Die Tagung fand ihren Abschluss im gemeinsamen Hören des Hörspiels „An einem großen stillen See“ von Jutta Richter und Susanne Janssen aus der Produktionswerkstatt des Südwestrundfunks (Regie: Iris Drögekamp). Das Hörspiel erzählt von den 14 Engeln, die nachts um das Bett stehen, wenn man schlafen geht. Man muss deshalb keine Angst im Dunkeln haben. Es gibt zum Beispiel einen Möwenengel oder den Mitternachtsengel, der die Nacht für uns heller werden lässt. Die Zuhörer genossen die atmosphärisch dichte Produktion im abgedunkelten Saal.

Mit den über den Tag gewonnenen Erkenntnissen konnten sich die Teilnehmenden nun ein eigenes Bild über die Anforderungen machen, die an eine qualitativ hochwertige Hörproduktion gestellt werden müssen. In einem abschließenden Resümee wurde die Fachtagung noch einmal beleuchtet, dabei fiel die Resonanz durchweg positiv aus.
Die Fachtagung "Ganz Ohr! Hörmedien für Kinder" war eine Kooperationsveranstaltung von der Aktion Jugendschutz (ajs) Baden-Württemberg, der Evangelischen Medienhaus GmbH Stuttgart, der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), dem Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart, dem Landesmedienzentrum (LMZ) Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk (SWR) und wurde von der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS) gefördert.


Qualität von Hörmedien in der Diskussion
(von links: Hanns-Georg Helwerth, Landesmedienzentrum Baden-Württemberg; Dr. Wolfgang Schill, Jury Auditorix; Volker Bernius, Stiftung Zuhören)

Verlage zur Qualität von Hörmedien
(von links: Prof. Dr. Richard Stang, HdM/IfaK; Franziska Paesch, Jumbo; Theresia Singer, Headroom; Ute Kleeberg, Edition See-Igel)


Der Hörmedienmarkt für Kinder
(Prof. Dr. Richard Stang)


Hörmedien mit Geschichte: Eine Auswahl der Sammlung Kindermedienwelten des IfaK


Materialien zur Veranstaltung


Vortrag:
Workshops:

Workshop 1: Ohrenspitzer: Methodenkoffer - mit Hörspielen arbeiten
Workshop 2: Hörmedien für die interkulturelle Bildung
  • In dieser Arbeitsgruppe wurde das neue Angebot „Hören ohne Grenzen“ (Judith Schönicke/Angelika Speck-Hamdan; Westermann-Verlag März 2010; ISBN: 3141621292) der Stiftung Zuhören vorgestellt. Es zeigt Wege auf, wie man durch den Einsatz von Hörspielen im Unterricht die Sprachkompetenz von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache stärken kann. Die entscheidende Bedeutung des Hörens und Zuhörens für den Spracherwerb steht im Mittelpunkt. Der Materialband gibt Anregungen für den Einsatz von mehr als fünfzig ein- und mehrsprachigen Geschichten sowie Anleitungen für Geräuschrätsel und Sprachspiele. Der Band wird durch eine Audio-CD mit Hörspielauszügen sowie einer CD-ROM mit Illustrationen passend zum sinntragenden Vokabular abgerundet. Bezug unter: http://www.zuhoeren.de/projekte/kinder-und-jugend/hoerclubs/das-neue-hoerspielset-hoeren-ohne-grenzen.html
  • Link zur Homepage der Stiftung Zuhören

Workshop 3: Auditorix - Hören lernen mit Spaß und Qualität
Workshop 5: Hörwelten für Kinder im Internet

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